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Nachweis durch Staatliche Vogelschutzwarte anerkannt

Mit Schreiben vom 10.09. und Nachtrag vom 01.12.2002 wurden die bis dahin gemachten Ergebnisse unserer Kontrollen der Staatl. Vogelschutzwarte Frankfurt gemeldet, mit der Bitte, um eine fachliche Stellungnahme zum Fledermausvorkommen

Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz in Hessen AGFH und ausgewiesene Fledermausspezialist hat mit Schreiben vom 09.12.2002 auf unsere Bitte geantwortet.

Staatl. Vogelschutzwarte für Hessen Rheinland–Pfalz und Saarland

9.Dezember 2002
218.40 ri-ch 230

Erweiterungsgebiet der Basalt AG Watzenhahn;
hier: Fachliche Stellungnahme zum Fledermausvorkommen, Konflikt Fledermausschutz/Erweiterungsgebiet für Basaltabbau;

Sehr geehrter Herr Feislachen,

Sie haben mir mit Schreiben vom 10.09.2002, ergänzt durch Ihr Schreiben vom 01.12.2003 Ihre Ergebnisse zur Ansiedlung/Besiedlung von Fledermäusen im Bereich der geplanten Erweiterungsflächen der Basalt AG zukommen lassen und um eine fachliche Stellungnahme gebeten.

Als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz in Hessen AGFH, wie als ausgewiesener Fledermausspezialist, komme ich Ihrer Anfrage gerne nach.

Zum Nachweis waldbewohnender Fledermäuse in dem betroffenen Waldgebiet haben Sie verschiedene Typen von Fledermauskästen angebracht und diese auf Besatz kontrolliert: Nachdem mit dem Ausbringen von Fledermauskästen im Wald im Prinzip keine „Neubesiedlung“ von Fledermäusen erfolgt, sondern vorhandene Bestände lediglich „sichtbar“(=nachprüfbar) werden, wird diese Methode zum Nachweis des Vorhandenseins von Fledermauspopulationen häufig und erfolgreich eingesetzt

Der Nachweis von Fledermäusen bzw. von Fledermauskot bereits im Frühsommer 2002 in den Kästen, die erst Mitte 2002 aufgehängt wurden ,zeigt, dass das Waldgebiet als Lebensraum von mindestens drei Fledermausarten (bisher nachgewiesen) bedeutsam ist. Von den nachgewiesenen Fledermausarten wird die Bechsteinfledermaus Myotis bechsteini im Anhang II der FFH - Richtlinie, der Kleine Abendsegler Nyctalus leisleri und die Zwergfledermaus Pipistrellus  pipistrellus im Anhang IV der FFH - Richtlinie geführt. Anhang II sind von gemeinschaftlichen Interesse, für  deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. Anhang IV-Arten sind streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse.

Nachdem es sich bei den nachgewiesenen Fledermausarten um Schutzgüter i.S. der FFH - Richtlinie handelt - wobei der sehr seltenen Bechsteinfledermaus besondere Bedeutung zukommt, deren Wohn - und Lebensstätten durch den geplanten Basaltabbau völlig vernichtet würden, sind diese Belange bei ev. ausstehenden Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen und zu würdigen.

Mit freundlichen Grüssen

Unterschrift
Dr. Klaus Richarz