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Natur und Lebensqualität

Die höchsten Ziele unserer Bemühungen heißen: Die Erhaltung der Natur und der Lebensqualität der Dornburger Bürger. Sie waren die Beweggründe für die Gründung unserer Bürgerinitiative und sie sind weiterhin die Hauptmotivation für die Mehrheit unserer Mitglieder.

  • Umweltatlas Hessen 2000 steht: Die Notwendigkeit, unser menschliches Handeln auf die natürlichen Grundlagen und die naturgegebenen Grenzen der Leistungsfähigkeit unserer Umwelt auszurichten, ist für uns alle zu einer Lebens- wenn nicht Überlebensfrage geworden. Raumordnung, Landesplanung und Umweltschutz vollziehen sich damit nicht mehr nur in kultur- und wirtschaftsräumlichen Kategorien, sondern zunehmend in ökologisch - naturräumlichen.

  • In unseren Bemühungen sehen wir uns im Einklang mit dem Hessischen Minister für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz. Er schreibt in seiner Broschüre "Wald in Hessen": "Wo die Umwelt gefährdet ist, ist auch der Mensch gefährdet. Deshalb praktizieren wir in Hessen den Umweltschutz, der am effektivsten ist - den vorbeugenden Umweltschutz. Hier sind die Politiker gefordert, kurzfristig die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen."

Der von der BAG geplanten Steinbrucherweiterung soll ein geschlossenes Waldgebiet von 56.000 m² zum Opfer fallen.

Die Schutzgemeinschaft "Deutscher Wald" bezeichnet den Wald als "den wohl wirksamsten natürlichen Umweltschutz". Der Hessische Minister für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz schreibt in "Wald in Hessen":

Wald bedeutet…klares Wasser zum Trinken, reine Luft zum Atmen, Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Erholung und Entspannung für alle, Holz für gesundes Bauen und Wohnen."


Für den Watzenhahn hätte die Steinbrucherweiterung zur Folge:
  • 56.000 m² Wald gehen als Wasserspeicher und -spender verloren
    Die 3 Wasserschutzgebiete am Watzenhahn weisen diesen als hervorragenden Wasserspeicher und -spender aus. Sein Wald fängt erst einmal die Niederschläge auf, verhindert den Oberflächenabfluss, speichert das Wasser und gibt es langsam, aber kontinuierlich wieder weiter. Von allen Vegetationen gewährleistet der Wald die beste Wasserqualität. Intensive Wurzeltätigkeit, hohe Humusproduktion, damit verbundenes Bodenleben schaffen günstigste Voraussetzungen für das Versickern in tiefere Bodenschichten. Bakteriologische Verunreinigungen werden abgebaut, durch den Boden und seine Organismen viele im Wasser enthaltene Stoffe gebunden. Am Ende dieser Filterpassage läuft das Watzenhahnwasser durch dicke Basaltschichten. Ihre hervorragenden Filterwirkungen verbessern die Wasserqualität noch einmal. Sauberstes Grundwasser steht den Bürgern als Trinkwasser zur Verfügung oder tritt in Quellen zu Tage. Durch seine Speicher- und Verdunstungsfunktion stellt der Wald einen unverzichtbaren Hochwasserschutz dar.

  • 56.000 m² Wald gehen als Schutz für Dorndorf verloren
    Eine Steinbrucherweiterung führt unweigerlich dazu, dass der Schutzwall im Norden Dorndorfs abgetragen wird, wir dadurch den Wettereinflüssen wie bspw. Stürmen zunehmend ausgesetzt sind und sich das Kleinklima verändern wird. Waldsperren schützen Felder, Kulturen und Siedlungen vor extremen Kälteeinbrüchen durch Frost und Wind.

  • 56.000 m² Wald gehen als Sauerstofflieferant verloren
    Der Wald wandelt das schädliche Treibhausgas CO2 durch Photosynthese in reinen Sauerstoff (O2) um (1ha Nadelwald 30 t pro Jahr, 1ha Laubwald 15 t pro Jahr). Eine "ausgewachsene" Buche produziert stündlich 1,7 kg Sauerstoff, den Bedarf von 10 Menschen.

  • 56.000 m² Wald gehen als Luftfilter verloren
    Durch die Rauhigkeit und Größe seiner Oberfläche hat der Wald eine hohe Filterwirkung gegen feste, flüssige und gasförmige Fremdstoffe der Luft. Insbesondere die staubförmigen Luftbestandteile werden sehr wirkungsvoll ausgefiltert. (1m³ Luft über offener Landschaft enthält ca. 5.000 Staub- und Russteilchen, 1 m³ Waldluft dagegen nur 500.) Wie viel Teilchen sind wohl in 1m³ Steinbruchluft?

  • 56.000 m² Wald gehen unserer Klimaverbesserung verloren
    Wegen der besonderen Eigenschaften und Wirkungen der Baumkronen auf den Luftaustausch entwickelt der Wald nicht nur ein eigenes Klima in seinem Inneren, sondern er gestaltet über Fernwirkungen auch das Klima außerhalb des Waldes mit. Die thermischen und die durch Druckunterschiede hervorgerufenen Luftbewegungen bringen reine und qualitativ bessere Waldluft in die Siedlungen. Der Wald reguliert Luftfeuchtigkeit und - temperatur.

Sieht so die Zukunft aus?

  • 56.000 m² Wald gehen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren
    Jeder Wald, auch der auf dem Watzenhahn, weist bestimmte Gegebenheiten als Lebensvoraussetzungen auf, die von Pflanzen und Tieren genutzt werden. Alle Lebewesen dieses Lebensraumes sind durch mannigfache Beziehungen direkt oder indirekt miteinander verbunden und bilden eine nur dort mögliche Lebensgemeinschaft. Es herrscht ein ökologisches Gleichgewicht. "Die Gemeinden sind aufgefordert, die Störungen des ökologischen Gleichgewichts möglichst gering zu halten" (aus: Naturschutz in der Gemeinde).
    Der Watzenhahn mit seinen Bäumen, Sträuchern, Hecken, Blumen und Kräutern ist Heimat von jagdbarem Wild, von zahlreichen Vogelarten,von Kleinsäugern, Fledermäusen, Schmetterlingen und Insekten. Seltene Pflanzen und Tiere haben hier ihren Lebensraum. Der Vogelschutz Dorndorf hat auf die Problematik in verschiedenen Veröffentlichungen hingewiesen.Alleine 8 Vogelarten, die am Watzenhahn beheimatet sind, stehen auf der "roten Liste" und würden Lebensraum verlieren. Durch die Erweiterung des Steinbruches wird es zu einer empfindlichen Störung dieses Gleichgewichtes kommen. Die Zerstörung von Lebensraum am "Watzenhahn" gibt auch die BAG am 06.07.02 zu.

  • 56.000 m² Wald gehen als Erholungsgebiet der Bürger verloren
    Beim Wandern durch den Wald finden Körper und Seele neue Kraft. Im Wald ist die Temperatur ausgeglichen, die Luft angenehm feucht und rein, man spürt kaum Wind, man atmet den Geruch von Holz und Harz, das kühle Halbdunkel schenkt Wohlbefinden und über allem liegt eine herrliche Ruhe.

  • 56.000 m² Wald gehen als Rohstofflieferant verloren
    Holz ist ein Rohstoff, der nachwächst, und dessen Abbau keine "Krater" hinterlässt.

  • 56.000 m² Wald gehen als Lärmschutzwall verloren

Sieht so die Zukunft aus?


Neben diesen Fakten hat der Watzenhahn für die Bürger aber auch eine emotionale Bedeutung, die an dieser Stelle nicht ungenannt bleiben soll:

  • der Watzenhahn ist bereits für Generationen der Hausberg, der Wald, der für Spaziergänge und für die Erholung der einheimischen Bevölkerung sowie der Kurgäste hauptsächlich genutzt wird
  • der Watzenhahn ist unsere Heimat
  • die Erhaltung des Watzenhahns bedeutet auch Erhaltung der Lebensqualität für die Bürger aller umliegenden Orte!
  • der Watzenhahn gehört zu Dornburg/Dorndorf, wie der Eifelturm zu Paris und würde bei einer Steinbrucherweiterung für alle weiteren Generationen, so wie wir ihn kennen und lieben, für immer verschwinden
  • der Steinbruch unterhalb des Watzenhahns ist bereits jetzt ein Schandfleck sondergleichen, bereits von weitem sichtbar und würde noch um weitere 56.000m2 auf dann ca. 320.000m2 vergrößert. Damit einher gehen weitere Sprengungen, das Zerkleinern der Basaltbrocken bis in die späten Abendstunden, Krach von Baggern und Lkws, Staubemissionen und Abgase
  • für unsere nachfolgenden Generationen brauchen wir kein Industriedenkmal zu schaffen, das uns zeigt, wie brutal man mit der Natur umgehen kann

die geplante Erweiterung von 56.000m2 ist wahrscheinlich nur ein erster Schritt. Hat die BAG erst einmal die Grenze nach Rheinland-Pfalz überschritten, kann und wird sie (ohne Dornburg um Erlaubnis fragen zu müssen) weitere Abbaumaßnahmen einleiten mit der Konsequenz, dass wir in ein paar Jahrzehnten vielleicht gar keinen Wald und keinen Schutz mehr im Norden Dorndorfs haben