Biologie der Fledermäuse

Fledermäuse „fliegen mit den Händen“ und „sehen mit den Ohren“.

Sie gehören zu den „Handflüglern“ und sind die einzigen Säugetiere die zum freien Flug befähigt sind. Die Fledermäuse sind eine alte Tierform, die seit 60 Millionen Jahren auf der Erde lebt und die sich nach gefundenen Versteinerungen nur wenig in ihrem Körperaufbau verändert hat. Heute weiß man, dass die Fledermaus ein wichtiges Glied in der Tierwelt ist und einen nützlichen Platz im Haus- halt der Natur einnimmt. Während die Vögel , die den Luftraum mit den Fledermäusen als Augen-tier auf die Ausnutzung des Tageslichtes angewiesen sind (Ausnahme Eulen), haben Fledermäuse mit dem „Ultraschall-Ortungssystem“ den Gesichtssinn weitestgehend ersetzt und sind daher vom Tageslicht unabhängig geworden, sie „sehen mit den Ohren“ Da insektenfressende Vögel weit-gehend tagaktiv sind, brauchen Fledermäuse den Luftraum lediglich mit den Nachtschwalben zu teilen.

Wo leben Fledermäuse ?

929 Fledermaus- und Flughundearten leben auf der Erde, mit Ausnahme in der Antarktis. Haupt-verbreitungsgebiete sind die wärmeren Regionen, 30-34 leben in Europa , 17-22 in Deutschland und etwa 13 –15 in Hessen.

Orientierung. Nahrung

Die Fledermaus ortet ihre Nahrung aufgrund der Reflexion der ausgesandten Schallwellen durch das Beutetier

Viele Fledermäuse fressen ihre Beute im Flug, andere suchen Fraßplätze auf. Aus den unver tilgbaren Resten auf den Fraßplätzen und aus Kotanalysen lassen sich die Beutetiere erkennen: Schmetterlinge, Käfer, Mücken, Fliegen, Libellen, Grillen, Heuschrecken, Köcherfliegen und Spinnen.

Die Fledermaus ortet ihre Nahrung aufgrund der Reflexion Viele Fledermäuse fressen ihre Beute im Flug, der ausgesandten Schallwellen durch das Beutetier.andere suchen Fraßplätze auf. Aus den unvertilgbaren Resten auf den Fraßplätzen und aus Kotanalysen lassen sich die Beutetiere erkennen: Schmetterlinge, Käfer, Mücken, Fliegen, Libellen, Grillen, Heuschrecken, Köcherfliegen und Spinnen.

Alle in Deutschland lebenden Fledermäuse sind Insektenfresser. Durch die Flugwendigkeit und die Ultraschall-Orientierung kann die Fledermaus, selbst in dunkelster Nacht ihre Beute bemerken und jagen, dabei werden Töne mit hohen Schwingungen, für menschliche Ohren nicht wahrnehmbar, ausgestoßen. Aus dem Echo wird die Entfernung zur Beute oder zum Hindernis exakt und blitz- schnell erkannt. „Die Fledermaus sieht mit den Ohren“. Sie kann sich ein ge-naues Bild von der Umgebung machen und erreicht dabei erstaunliche Leistungen, sie kann Hindernissen sehr schnell aus- weichen oder kleine Beutetiere orten. Ein leistungsfähiges Ortsgedächtnis ermöglicht ihr ein oft beflogenes Jagdgebiet ohne Ultraschall im Blindflug zu durchfliegen. Hindernisse von 1 mm sind von ihr zu er-kennen. Sie ist sehr ortstreu.

Die Fledermäuse entwickeln eine große Fressgier, z. B. der Großer Abendsegler, Gewicht 19-40 g, kann in einer Saison/200 Tage, 1800 g Insekten vertilgen.

Sie ist ein wichtiger biologischer Vertilger von Schadinsekten in unserer Natur. Wo Fledermäuse leben ist die Welt noch in Ordnung.

Tagschlaf

Sie suchen Plätze auf, die sehr schlecht zu finden sind. Die Körpertemperatur von 35-42 Grad C kann in den Ruheperioden nicht gehalten werden. Lethargiezustand (Teilnahmslosigkeit) wenn Umgebungstemperatur darunter absinkt .Die Lethargie steigt bei fallender Temperatur an.

Bei 20 Grad C Umgebungs-Bluttemperatur kann die Fledermaus nicht mehr fliegen und reagieren , sie ist teilnahmslos. Sie kann dabei Hungerzeiten überstehen. Bei 27 Grad C Bluttemperatur kommt nur leichter Schlaf zustande.

Fortpflanzung

Zwergfledermaus mit etwa 1-2 Tage altem Jungtier.

August, September, teilweise bis zum Frühjahr, Verzögerung der Befruchtung, Weibchen versammeln sich Anfang April in sogenannten Wochenstuben. Nach Tragzeit von ca.10 Wochen, Geburt etwa Juni-Juli. Meist 1-2 Junge Nach 5-6 Wochen sind die Jungen flugfähig, etwa August jagen sie mit den Müttern Ende August, Anfang September löst sich der Verband auf.

Zwergfledermaus mit etwa 1-2 Tage altem Jungtier.

Winterschlaf

Im Herbst (etwa Oktober), wenn Nachttemperaturen unter Null sinken, wenn Insekten verschwinden und Nahrungsmangel herrscht, bleiben Fledermäuse nicht mehr an ihrem Tagesschlafplatz, sie suchen frostgeschützte Stellen auf, mit Fett versorgt, überdauern sie die kalten Winter-monate. Aufsuchen und Zeit des Aufsuchens der Winterquartiere sind von Art zu Art verschieden. Abendsegler und Zwerg-fledermaus, die zu den Baumfledermäusen gezählt werden, findet man z.B. in Dach-böden einzeln oder in Gruppen oder in großen Baumhöhlen an. Andere Arten auch in Stollen, Höhlen und Kellern. Oft sind die Arten auch labil in der Auswahl ihres Winterquartier.

Große Abendsegler überwintern in witterungsgeschützten Unterschlüpfen in gemischtgeschlecbtlichen Gruppen von oft mehreren Dutzend oder gar weit über hundert Tieren. Typische Winterschlafquartiere sind Spechthöhlen

Mit hoher Luftfeuchtigkeit in tiefer Lethargie verfallen, Minimum an Energieverbrauch bei 8-10 Grad C, 4-8 Atemzüge in der Stunde. Lebenserhaltene Blutwärme kann auf 1-2 Große Abendsegler überwintern in witterungsge – Grad C absinken. Durch Warnsystem schützten Unterschlüpfen in gemischtge­schlecbt Fledermaus die Körperwärme wieder steilichen Gruppen von oft mehreren Dutzend oder gar gern, sodass ein Erfrieren verhindert wird, weit über hundert Tieren. evtl. Platzwechsel durch Aufwachen. Große Typische Winterschlafquartiere sind Specht­höhlen Gefahr durch Erfrieren oder Verhungern, da großer Energieverlust.

Nie Fledermäuse im Winterquartier stören, da hoher Energieverbrauch beim Aufwachen zum Tod führen kann.

Im März-April wechseln sie wieder ins Sommerquartier..

Wanderungen

Abhängig von Flugfähigkeit, Quartier- und Nahrungsangebot. Mittlere Wanderungswege 15-190 km Versuche durch Beringung haben 270 km und mehr ergeben. Weiteste Entfernung beim Großen Abendsegler 2347 km zum gleichen Winterquartier .

Ein bekannt gewordenes Beispiel aus unserem Heimatbereich. Eine Zwergfledermaus in Dornburg/Langendernbach beringt angetroffen , wurde in Marburg/Lahn von der Universität (Wildbiologie) beringt, Entfernung 70-80 km. Weiten von 200-400 km sind bekannt , extreme Weite 700 km von Dresden bis Litauen/Estland.

Lebensalter

Nicht selten 10-12 Jahre, je nach Art Extremwerte 16-17 Jahre. (Vergleich Mäuse – 2 Jahre)

Warum so alt ? Vermutlich durch lange Ruheperioden ,Tagruhe, Lethargiezustand im Winter-quartier, geringe Nachkommenschaft, Geschlechtsreife erst nach 3 Jahren. Normale Nachkommen Maus = Tausende. Fledermäuse würden zum Untergang ihrer Art kommen, wenn sie nicht so lange leben würden und die Arterhaltung dadurch kompensieren könnten.

Feinde

Im Dämmerungsbereich vereinzelt durch Sperber, Zufallsbeute durch Spechte in Baumhöhlen u. Nistkästen. Waldkauz, Steinkauz, Marder und Katzen eher selten, evtl. Schleiereule in Dachböden, da sie das gleiche Quartier benutzen.

Größter Feind der Fledermäuse ist der Mensch durch Umwelt- Quartierzerstörung und Nahrungsquellenentzug (Insektenspritzmittel)

Im Winter fallen Fledermäuse Naturereignissen zum Opfer, wenn im Herbst Nahrungsmangel durch langanhaltende Schlechtwetterperioden herrschte und sie kein Fettpolster bilden konnten, können Fledermäuse verhungern. Lange Schlechtwetter und Kälteperioden im Frühjahr und Sommer kön- nen in Wochenstuben zu starken Ausfällen bei den Fledermäusen führen. Fledermäuse werden auch stark von Schmarotzern wie Milben, Zecken, Spinnentieren und flügellosen Fliegen geplagt und haben darunter teilweise stark zu leiden. Übertragung von Krankheiten auf den Menschen sind nicht bekannt

Quellennachweis: Kosmos Naturführer: Die Fledermäuse Europas

Vogelschutz Dorndorf
Karl-Heinz Feislachen