Vogelparadiese: Dorndorf und Watzenhahn

Aus der Arbeit des Dorndorfer Vogelschutzes

“Täglich wird der Bestand der Vögel in der Bundesrepublik reduziert. Sie sterben nicht an Hunger, Krankheit oder hauchen ihr Leben als Beute der Falken aus. Sie scheitern im Überlebenskampf an den Veränderungen der Umwelt und den weltweiten Folgen der Industrialisierung. Der überall gegenwärtige Mensch mit seinen technischen Hilfsmitteln nimmt ihnen die Chance zum Überleben. Die Welt der Vögel ist auch die unsere. Die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen trifft nicht nur sie, sondern auch uns.

Von den ehemals 238 in der Bundesrepublik brütenden Vogelarten sind 19 bereits ausgestorben. Weiteren 86 Arten droht das gleiche Schicksal.“, schreibt der bekannte Fernsehfilmer Horst Stern in seinem Buch „Rettet die Vögel – wir brauchen sie“.

Um so wichtiger ist der Einsatz der Vogelschützer, für uns vor allem der Dorndorfer Vogelschützer. Von den verbliebenen 219 Arten leben 84 in der Dorndorfer Gemarkung, das entspricht einem Prozentsatz von 38,4%. 38.4 % aller in Deutschland vorkommenden Vogelarten konnten in Dorndorf beobachtet werden. Dorndorf ist ein Vogelparadies.

Allein 44 Vogelarten d.h. 20,1 % aller in Deutschland vorkommenden Vogelarten, bevölkern das Watzenhahngebiet.

Wer hätte das gedacht !

Aufgrund langjähriger Beobachtungen und Aufzeichnungen (Zeitraum 1990-2004) ermittelte der Vogelschutz-Dorndorf im der Gemarkung Dorndorf 84 Vogelarten, darunter die unten aufgeführten 44 Vogelarten im Gebiet Watzenhahn u. angrenzenden Waldgebieten. Von diesen 44 Vogelarten stehen 12 (27,3 %) auf der „Roten Liste“ in Hessen bzw. Rheinland Pfalz, d.h. 27,3 % der Watzenhahnvögel sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Vogelart

Rote Liste

Bemerkungen

Hessen

1997

Rheinland-Pfalz
1. Amsel
2. Baumpieper V
3.  Blaumeise Jährlich im Nistkasten angetroffen
4. Buchfink
5. Buntspecht
6. Eichelhäher
7. Erlenzeisig ***
8. Fitis
9. Gartengrasmücke
10. Gartenrotschwanz !! 3 2000 im Nistkasten Nr. 4 (6 Eier)
11. Gimpel/Dompfaff
12. Girlitz
13.  Grauschnäpper
14. Grünfink/Grünling
15. Grünspecht !! V 3
16. Habicht */** 3
17. Heckenbraunelle
18. Hohltaube V 3
19. Kleiber Jährlich im Nistkasten angetroffen
20. Kohlmeise Jährlich im Nistkasten angetroffen
21. Kuckuck V
22. Mäusebussard
23. Misteldrossel
24. Mönchsgrasmücke
25. Nachtigall
26. Rotkehlchen > <
27. Rotmilan !!!/! > 3 Horst im vorgesehen Erweiterungsgebiet
28. Schwanzmeise
29. Schwarzspecht 3 Überfliegen und Rufen mehrmals beobachtet
30. Singdrossel
31. Sommergoldhähnchen
32. Sperber*/** 3
33. Sumpfmeise
34. Tannenmeise
35. Trauerschnäpper
36. Turteltaube
37. Uhu* 2 3 Horst seit 1995 i. Steinbruch beobachtet, Nistplatz 22.04 2004 gemeldet,  R P Gießen geprüft 30.06.2004, als Vogelschutzgebiet ab 11.06.2004anerkannt Dez.53.3 Natura 2000 4. Tranche, 28.02.2005  Brutpaar wieder im alten  Brutraum  amtl. ermittelt ( Vogelschutz Kreis Limburg/Weilbg.)
38. Waldbaumläufer*** 1998/2000 in Nistkasten angetroffen
39. Waldkauz 2000/2001 im Nistkasten; 2000 2 Jungvögel
40. Waldohreule*** V Seit einigen Jahren im Winter im Ortsbereich
41. Wendehals 1 3

2000 im Watzenhahn,1999 im eigenen Garten beobachtet

42. Wintergoldhähnchen
43. Zaunkönig
44. Zilpzalp/Weidenlaubsänger

Erklärung der Kategorien der Gefährdungsliste (Rote Liste Hessen 8.Fassung/April 1997)

0 = Ausgestorben oder verschollen.

1 = Vom Aussterben bedroht.

2 = Stark gefährdet.

3 = Gefährdet.

V = Arten der Vorwarnliste.

R = Arten mit geographischer Restriktion bzw. seltene Arten.

!, !!, !!! = In besonderem Maße verantwortlich.

„*“ Am Artnamen bedeuten : * Bestandstief durch jagdliche Verfolgung bis 1970,

** Bestandstief durch Belastung mit Umweltgiften,

*** Artenbestände landesweit unzureichend bekannt.

Nachtrag: 1 Schwarzstoch (Rote Liste: H:2/RP:1) am 20.03.03 15.30 Uhr in Flugrichtung S-No Blasiusberg /Steinbruch-Watzenhahn genau am Flugbild erkannt (Flughöhe ca. 100-150m)